Wandel des Ornaments


Antike als Vorbild

In den Zeitabschnitten, die von italienischen bzw. von neoklassizistischen Stilmerkmalen geprägt waren, dominieren antikische Ornamentformen bzw. davon abgeleitete Ornamentmotive. In Folge der archäologischen Erforschung antiker Bauten in Rom um 1500 und der Ausgrabungen in Pompeji und Herkulaneum seit der Mitte des 18. Jahrhunderts trat das antike Ornament wieder stärker ins Bewusstsein. Eigenständige nordeuropäische Ornamentinnovationen entstanden aufgrund nachlassenden südländischen Einflusses seit der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Der Wandel der Ornamentformen vollzieht sich nicht an der repräsentativen Außenarchitektur, die in der Aufteilung der Fassade immer der antiken Säulenordnung verpflichtet bleibt, sondern in der Innendekoration und im Kunstgewerbe. Aufschlussreich ist es, die Regelhaftigkeit der Entwicklung der Ornamentmotive nachzuvollziehen und ein Verständnis für die Unterschiede der „zweiten Stile“ im Vergleich zum Original zu entwickeln (Grotteske der Renaissance im Vergleich zur Grotteske des Barock).

Bernd Evers, Rainald Franz

 

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