Hochrenaissance


Grotteske

Die Grotteske, das Ornament der römischen Hochrenaissance, von Raffael und seiner Schule in der Ausmalung der Loggien des Vatikan 1517-1519 als einheitliches Dekorationssystem entwickelt, führt in einem nur durch den (Pilaster-) Rahmen oder Bildrand definierten abstrakten Bildraum in vertikal- symmetrischer Anordnung ein Repertoire an Motiven in die Ornamentik ein, das in ganz Europa Verbreitung finden sollte. Abb. 2


Abb 2 Abb.2.: Nicoletto da Modena

Blatt aus einer Serie von vier Grotteskenornamenten
Rom, Antonio Salamanca, 16. Jahrhundert
Kupferstich 26,3 x 13 cm
M.A.K. Inv. Nr.: K.I. 1727

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Nach dem Vorbild der Ende des 15. Jahrhunderts wiederentdeckten antiken Wandmalereien aus Kaiser Neros »Domus Aurea« entwickelte Raffael das sogenannte »Kandelabermotiv« zum Kennzeichen der Ornamentgrotteske. Vertikalisierte, leuchterartige Gebilde in axialsymmetrischer Anordnung prägen diese vor allem als Rahmen- und Flächenmotive verwendeten Ornamente. Im „Gerüst“ der im 16. Jahrhundert kodifizierten fünf Säulenordnungen findet das Grotteskenornament seine Form. Parallel entwickelt sich aus islamischen Vorbildern in Venedig und nachmaurischen Spanien das Flächenornament der Maureske, charakterisiert durch verschlungenes Bandwerk und figurenloses Rankenornament.
Abb. 3a 3b


Abb 3a Abb.3a.: Virgilius Solis

Blatt aus einer Serie für Beschlagvorlagen mit Schweifarabesken
Deutschland, 16. Jahrhundert
Kupferstich 8 x 11,9 cm
M.A.K. Inv. Nr.: D 206

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Abb 1 Abb.3b.: Virgilius Solis


Blatt aus einer Serie für Beschlagvorlagen mit Schweifarabesken
Deutschland, 16. Jahrhundert
Kupferstich 8 x 13,3
M.A.K. Inv. Nr.: D 206

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Bernd Evers, Rainald Franz

 

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